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Überpflegen der Haare durch Glycerin? Aggressive Sulfate in Naturkosmetik?

Als ich meine gesamten Pflegeprodukte auf Naturkosmetik umgestellt habe, dachte ich noch, dass ich auch meinen Haaren etwas Gutes tun würde. Keine Silikone und aggressiven Tenside mehr, also auch keine Probleme mehr?

Tja, weit gefehlt! Die erste Zeit nach der Umstellung war ich ziemlich unzufrieden mit meinem Schopf, da meine Haare sich strohig und ungepflegt angefühlt haben. Aber ich wollte durchhalten und habe brav Naturkosmetik-Produkte benutzt. Damals waren die Produkte meist von Alterra, aber auch von Alverde. Später habe ich erfahren, dass sich die Haare eben genauso ohne Silikone anfühlen und sich quasi erst von den herkömmlichen Haarshampoos regenerieren müssen.

Nun gut, wie gesagt: Ich hielt durch. Und tatsächlich hat es auch funktioniert! Nach etwa drei Monaten war ich wieder total zufrieden mit meinem Haarschopf und ich hatte auch meine Pflege gefunden: Die Alverde Zitronenblüte-Aprikosen-Reihe. Für zwischendurch benutzte ich die Feuchtigkeits-2-Phasen-Sprühkur mit Aloe Vera und Hibiskus.

Aber daaann: Frau probiert eben gerne auch mal andere Produkte aus – ich meine, vielleicht gibt es da draußen ja noch etwas besseres, etwas das die Haare noch geschmeidiger und glänzender und…ich schweife ab. Kurzum: Ich habe mir noch andere Produkte zugelegt, wie zum Beispiel verschiedene Spülungen, unter anderem aber auch die neue Alverde Repair Haarbutter Avocado Sheabutter.

Ich denke, ihr wisst wahrscheinlich schon, worauf das Ganze hinausgelaufen ist. Ich habe meine Haare überpflegt. Ja, auch das geht mit Naturkosmetik! Hier wirkt der Inhaltsstoff Glycerin ähnlich wie ein Silikon. Eigentlich soll Glycerin die Haare mit Feuchtigkeit versorgen, aber bei einer Überversorgung mit Glycerin, legt es sich um das Haar und lässt keine Wirkstoffe mehr an die Haare. Meine Haare sahen in den Längen fettig aus, so als wären sie nach dem Waschen nicht richtig getrocknet. Hinzu kam, dass ich Probleme mit meiner Haut im Rückenbereich hatte. Es entstanden dort immer wieder kleine Pusteln.

Ich überprüfte die Inhaltsstoffe meiner Haarpflege erneut bei Codecheck.info. Mit Erschrecken stellte ich fest, dass Sodium Coco Sulfate mittlerweile als „nicht zu empfehlen“ gelten – und die befinden sich in fast allen meinen Shampoo-Alternativen. Was??? Moment, war das immer schon so? Und welches Shampoo soll ich dann benutzen? Und welche Spülung, da ja in jeder Glycerin oder Glycine Soja Öl oder Glycerin in anderer Form enthalten ist???

Wieder neue Produkte recherchieren… Um es kurz zu machen: Das Santé Jojoba Care-Shampoo beinhaltet als Tensid Coco Glucoside und die sind wohl (noch) zu empfehlen. Aber bei der Spülung bin auch ich noch nicht so richtig schlau geworden. Vielleicht könnte die Lavera Ringelblumen-Haarspülung eine Alternative sein – zumindest ist kein reines Glycerin enthalten, wenn auch Glycine Soja Öl und Glyceryl Stearate Citrate.

Ich habe meine Haare auch schon mit dem neuen Shampoo gewaschen…und die Spülung komplett weggelassen. Welch eine Überwindung! Zwei Sprüher mit der Alverde Feuchtigkeits-2-Phasen-Sprühkur konnte ich mir dann ja doch nicht verkneifen. Als ich meine Haare am nächsten Morgen durchgebürstet habe, konnte ich auf jeden Fall schon eine Verbesserung sehen.

Und meine Haut am Rücken? Seit ich keine Glycerin-Bombe mehr nutze, hat sich auch die Haut dort normalisiert. Ist ja kein Wunder, denn die Produkte, die ich für die Haare verwende kommen ja auch dort auf die Haut, nur: Wer kommt schon auf sowas? Ich erstmal nicht.

Ich werde euch über die weitere Entwicklung auf den laufenden halten, vielleicht habt ihr ja auch Erfahrungen damit. Und wenn ihr Tipps für mich habt, nur her damit, ich würde mich sehr freuen!

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Alverde Repair Haarbutter Avocado Sheabutter

Für strapaziertes und brüchiges Haar

Inhaltsstoffe: Aqua, Glycine Soja Oil, Alcohol, Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol, Glycerin, Ricinus Communis Seed Oil, Glyceryl Stearate Citrate, Butyrospermum Parkii Butter, Caprylic/ Capric Triglyceride, Persea Gratissima Oil, Simmondsia Chinensis Seed Oil, Theobroma Cacao Seed Butter, Vitis Vinifera Fruit Extract, Xanthan Gum, Hydrolized Corn Protein, Hydrolized Wheat Protein, Leuconostoc/ Radish Root Ferment Filtrate, Tocopherol, Ascorbyl Palmitate, Helianthus Annuus Seed Oil, Parfum, Limonene, Linalool, Geraniol, Benzyl Salicylate, Citronellol

Gütesiegel: Natrue

Menge: 200ml

Verpackung: Tiegel

Geruch: 8 von 10 Punkten

Konsistenz: cremig, aber fest

Pflegewirkung: 7 von 10 Punkten (eine normale Spülung hat bei mir den gleichen Effekt, das gibt bei mir Abzug!)

Fazit: Ich habe mich sehr über die Einführung dieses Produkts gefreut und war auf die Wirkung gespannt. Die Anwendungsmöglichkeiten haben mich jedoch ersteinmal stutzen lassen, denn: Entweder massiert man die Butter vor der Haarwäsche in das trockene Haar ein oder aber nach der Haarwäsche, wenn das Haar getrocknet ist. Bei der zweiten Variante spült man die Butter nicht aus. Ich kenne eigentlich nur Haarbutter-Produkte, die man nach dem Waschen für einige Minuten im noch nassen Haar einwirken lässt und dann auswäscht. Aber ich war offen für neues und probierte die erste Variante aus. Es war ein komisches Gefühl, soviel kann ich schonmal sagen. Nach dem einmassieren ins trockene Haar, habe ich die Butter einige Minuten einwirken lassen, dann ausgespült und mein Haar mit Shampoo gewaschen. Nach der Wäsche fühlten sich die Haare zwar besser an als ohne die Haarbutter, aber ich hatte das Gefühl als müsste ich wirklich noch einen Conditioner benutzen. Ist das dann der Sinn einer Haarbutter? Auch die zweite Variante überzeugt mich nicht so ganz, denn nach meinem Gefühl funktioniert ein Öl hier besser. Aufpassen müsst ihr aber auch bei der Haarbutter mit der Dosierung – bloß nicht zuviel! Mein Fazit also: Ich habe die Butter einmal ausprobiert und sie ist nicht schlecht, aber ein Nachkaufprodukt ist sie für mich nicht, da eine Spülung bei mir den gleichen Effekt hat und viel günstiger ist!